Allgemeine Informationen über Mundgeruch
Ursachen
Hartnäckig hält sich die Ansicht, dass hauptsächlich Erkrankungen des Magens für Mundgeruch verantwortlich sind. Tatsächlich spielt er in diesem Zusammenhang keine nennenswerte Rolle. Geruchsquelle sind negative Keime, die organische Substanzen aus Speichel, Nahrungsresten, abgeschilferten Epithelzellen, Blut usw. zu flüchtigen chemischen Verbindungen abbauen.
Die verursachenden Keime können sich in "Schlupfwinkeln" der Mundhöhle, wie z.B. Zahnzwischenräumen, Zahnfleischtaschen und überstehenden Restaurationsrändern befinden. In den meisten Fällen oral bedingter Gerüche spielen jedoch Beläge der hinteren Anteile des Zungenrückens eine wichtige Rolle. Begünstigende Faktoren sind ein verminderter Speichelfluss, Rauchen, Alkohol, Mundatmung, Schnarchen, Stress und Fastenperioden. Neben oralen Ursachen stehen an zweiter Stelle Erkrankungen aus dem HNO-Bereich. In seltenen Fällen kann sich hinter dem Mundgeruch eine Allgemeinerkrankung verbergen.
Diagnostik
Trotz der überwiegend einfachen Lage bereitet die Diagnostik erhebliche Schwierigkeiten, wahrscheinlich weil es sich um ein sehr intimes Thema handelt. Die meisten Menschen trauen sich nicht, Betroffene offen auf ihr Problem anzusprechen und umgekehrt traut sich kaum jemand, um eine diesbezügliche Auskunft zu bitten. Für die zahnärztliche Praxis bedeutet das: Kaum ein Patient wird seinen Zahnarzt mit der Bitte aufsuchen, an ihm zu "schnuppern" und werden viele Ärzte es als nicht sehr angenehm empfinden genau dieses zu tun.
Eine allein mit dem Geruchssinn durchgeführte Untersuchung stellt jedoch das am nächsten liegende und einfachste diagnostische Mittel dar, um zu prüfen, ob ein Geruch vorliegt und wo dieser seinen Ursprung hat. Solch Untersuchungen sind jedoch nicht unproblematisch, denn der Geruchssinn des Untersuchers kann eingeschränkt sein oder der Riechende kann sogar - möglicherweise ohne es zu wissen - selber unter Mundgeruch leiden und dadurch an bestimmte Gerüche adaptiert sein. Man hat daher versucht, Mundgeruch durch objektive Messungen zu charakterisieren (Halimeter).
Behandlung
Wichtig ist, daß vor der Behandlung festgestellt wird, ob überhaupt ein Mundgeruch vorliegt, denn es gibt Patienten, die keinen wahrnehmbaren Geruch aufweisen aber dennoch fest davon überzeugt sind, dass sie unter Mundgeruch leiden (Halitophobie). Diesen Patienten kann man als Zahnarzt meist nicht helfen.
Ist Mundgeruch vorhanden, wird er sich in den meisten Fällen durch eine Parodontalbehandlung, eine individualprophylaktische Betreuung und die Beseitigung des Zungengeruches eliminieren lassen. Dazu sollte die Zunge - wie in anderen Kulturkreisen üblich – in die tägliche Mundhygiene einbezogen werden. Es stehen dafür verschiedene Zungenreiniger zur Verfügung, die täglich nach dem Zähneputzen anzuwenden sind.Zungenreiniger sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Unterstützend können insbesondere zu Beginn der Behandlung auch chemisch wirksame Hilfsmittel verwendet werden.